Körperverletzung

Die Körperverletzung ist neben dem Diebstahl, dem Betrug und der Sachbeschädigung ein sehr häufig begangenes Delikt. Keine andere Straftat wird wohl so leicht unterschätzt wie die Körperverletzung. Im Gesetz heißt es dazu lapidar, dass derjenige, der eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird.

Akteneinsicht lohnt sich bei dem Vorwurf der Körperverletzung natürlich schon deshalb, weil diese Straftat im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung zu einem Eintrag im Führungszeugnis führt.

Zivilrechtliche Ansprüche, die auf eine Körperverletzung folgen

Bei der Körperverletzung kann sich die Einsicht in die Akte zur eigenen Verteidigung aber doppelt auszahlen. Denn viele Menschen, die wegen einer Körperverletzung beschuldigt werden, bedenken mögliche Folgeansprüche nicht.

So kommt es häufig vor, dass Beschuldigte einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft über eine mehr oder weniger geringe Geldstrafe vorbehaltlos akzeptieren, ohne Akteneinsicht zu nehmen.

Hier ist äußerste Vorsicht geboten. Denn je nach dem Schweregrad der Verletzungen des Opfers kann es zu weiteren Ansprüchen kommen, die in einem Zivilprozess gegen Sie geltend gemacht werden.

So fällt es dem vermeintlichen Opfer sehr leicht, zivilrechtliche Schmerzensgeldansprüche wegen der Körperverletzung durchzusetzen, sobald Sie einen Strafbefehl akzeptiert haben und die Entscheidung rechtskräftig geworden ist. Gleiches gilt natürlich, sofern ein endgültiges Urteil in der Sache gegen Sie ergangen ist.

Bedenken Sie bitte auch, dass die Krankenkasse möglicherweise die Heilbehandlungskosten, die nicht unerheblich sein müssen, geltend machen wird, sofern Sie rechtskräftig verurteilt sind. Auch das ist ein Argument, gründlich Akteneinsicht zu nehmen.

Es können aber noch weitere Entschädigungsansprüche auf Sie zukommen. Sollte das Opfer beispielsweise einen Verdienstausfall haben, ist auch dieser relativ leicht gegen den wegen einer Körperverletzung verurteilten Straftäter durchzusetzen. Auch hier können ganz erhebliche zivilrechtliche Ersatzansprüche auf Sie zukommen.

Besonders wichtig:

Bei einer Körperverletzung können neben der strafrechtlichen Verurteilung auch ganz erhebliche zivilrechtliche Ansprüche gegen Sie geltend gemacht werden.

Akteneinsicht und eine optimale Verteidigungsstrategie sind daher bei einer Körperverletzung unerlässlich.

Die Prüfungskriterien für die Akte

In der Regel finden sich in den Akten der Staatsanwaltschaft bei Körperverletzungen fast ausschließlich Zeugenaussagen und Gutachten als Beweismittel. Etwas anderes ist es natürlich, wenn die Körperverletzung beispielsweise in einem öffentlichen Verkehrsmittel mit Videoaufzeichnung begangen wurde.

Sollten Sie bei Ihrer Einsicht in die Akte feststellen, dass lediglich Zeugenaussagen gegen Sie gemacht wurden, sind diese genauestens auf Plausibilität sowie auf Widersprüchlichkeiten zu prüfen.

Oftmals können Sie der Akte auch etwas über die Verletzungen des vermeintlichen Opfers entnehmen. So werden oft Atteste, Gutachten und Berichte über den Genesungszustand zur Ermittlungsakte gereicht.

Sehen Sie die Akte auch auf diese Punkte durch:
  • Prüfen Sie die vermeintlichen Verletzungen des Opfers in der Akte genau.
     
  • Bei Ungereimtheiten sollten Sie sofort Nachforschungen anstellen.

  • Wenn es Ihnen gelingt, die schwere der Verletzungen des Opfers in Zweifel zu ziehen, kann Ihnen das in einem Strafverfahren wegen Körperverletzung helfen.


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