Geschwindigkeitsüberschreitung

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung kann leicht der Verlust der Fahrerlaubnis drohen. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits ein oder mehrere Bußgeldbescheide wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit rechtskräftig sind oder andere Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr im Raume stehen.

Viele Menschen sind auf ihren PKW angewiesen, um Geld zu verdienen. Wenn der Verlust des Führerscheins wegen zu schnellen Fahrens droht, ist es auf jeden Fall sinnvoll, Akteneinsicht zu nehmen. Denn bei zu schnellem Fahren bietet die Akte im Bußgeldverfahren mannigfaltige Ansatzpunkte, um eine Einstellung zu erreichen.

Kennzeichenanzeigen

Insbesondere dann, wenn es sich um eine Kennzeichenanzeigen handelt, ist die Qualität des Fahrerfotos entscheidend. Kennzeichenanzeigen sind Anzeigen, bei denen der Behörde lediglich das amtliche Kennzeichen des Kraftfahrzeugs, mit dem die Geschicklichkeitsüberschreitung begangen wurde, bekannt ist. Nach dem Fahrer des Fahrzeuges, der zu schnell gefahren ist, wird in solchen Fällen ermittelt.

Immer dann, wenn Unsicherheiten bezüglich der Indentität des Fahrzeugführers bei der Straßenverlehrsbehörde bestehen, wird sich diese mit auf eine Kennzeichenanzeige beschränken und nicht direkt mit einem Bußgeldbescheid gegen Sie vorgehen.

Anhörungsbogen

In der Regel werden Sie bei einer Kennzeichenanzeige einen Anhörungsbogen zugesendet bekommen. In dem Bogen brauchen Sie höchstens Ihre persönlichen Daten, soweit diese der Behörde nicht schon bekannt sind, einzutragen. Zu dem Vorwurf müssen Sie sich keinesfalls äußern.

Ratgeber zum Ausfüllen des Anhörungsbogens:

Trage Sie maximal Ihre persönlichen Daten in einen Anhörungsbogen ein.

Lassen Sie Akteneinsicht durch einen Anwalt bei der Bußgeldbehörde nehmen.

Äußern Sie sich erst, wenn Sie die Bußgeldakte gesichtet haben.

Die Qualität der Fotos, die beim Blitzen wegen überhöhter Geschwindigkeit erstellt werden, ist nicht immer gut. Circa 10-15 % der Fotos sollen von schlechter Auflösung sein. Solche Fällen können durch Akteneinsicht leicht aufgedeckt werden. Ob Sie auf dem in der Akte befindlichen Bild hinreichend erkennbar sind oder nicht, wird sich durch Akteneinsicht schnell beurteilen lassen.

Eichschein und Messprotokoll

Wurde Ihnen ein Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeitsüberschreitung oder ein Anhörungsbogen zugesendet, können Sie auch mit weiteren Prüfungen in der behördlichen Akte eine erfolgreiche Einstellung des Verfahrens erreichen.

Zu jedem Geschwindigkeitsmessgerät gibt es einen Eichschein, der bestimmte Angaben über das Gerät enthält. Dazu zählt beispielsweise die Gültigkeit der Eichung. Es gibt Fälle, in denen die Ordnungsbehörden Geräte verwenden, bei denen die Gültigkeit der Eichung abgelaufen ist. Das ist ein Ansatz, die Straßenverkehrsbehörde zum Nachgeben zu bringen. Allerdings lässt sich dieser Beweis natürlich nur führen, wenn Sie Akteneinsicht genommen haben.

Auch das Messprotokoll, dass die Polizeibeamten bei einer Geschwindigkeitsmessung führen müssen, kann Gründe für die Einstellung des Ordnungswidrigkeitsverfahrens liefern. So müssen die Eichmarken, die Eichplomben und bestimmte Sensoren vor der Messung von den Messbeamten kontrolliert und auf ihre Unversehrtheit geprüft werden. Ist das nicht geschehen, kann die Messung möglicherweise angezweifelt werden. Ob die Polizeibeamten korrekt gehandelt haben, ergibt sich für Sie wiederum nur durch Akteneinsicht.

Überprüfen Sie Eichschein und Messprotokoll in der Akte wie folgt:
  • Prüfen Sie bei dem in der Akte befindlichen Eichschein sämtlicher Angaben, insbesondere die Gültigkeit der Eichung, immer sehr sorgfältig. 

  • Achten Sie bei dem in der Akte befindlichen Messprotokoll darauf, ob die Messbeamten unter anderem die Eichmarken und Eichplomben ausreichend kontrolliert haben.


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